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AWO Mannheim würdigt Karla Spagerer – AWO-Saal trägt künftig ihren Namen

  • 8. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

PRESSEMITTEILUNGAWO Mannheim würdigt Karla Spagerer – AWO-Saal trägt künftig ihren Namen

Mannheim, 25.12.2025

Die Arbeiterwohlfahrt Mannheim hat ihren bisherigen AWO-Saal feierlich in „Karla-Spagerer-Saal“ umbenannt. Mit dieser Entscheidung würdigt der Verband eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg das gesellschaftliche, politische und soziale Leben der Stadt Mannheim sowie die Arbeit der AWO maßgeblich geprägt hat. Die Umbenennung stieß auf großes Interesse und war sehr gut besucht.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Bild von Karla Spagerer enthüllt – genau an dem Platz im Saal, an dem sie bei unzähligen Veranstaltungen der SPD, der AWO und befreundeter Organisationen gesessen hatte. Dieser Moment verlieh der Namensgebung eine besondere persönliche und emotionale Tiefe.

Die Initiative zur Umbenennung ging von der AG 60plus der SPD Mannheim aus, deren langjähriges Mitglied Karla Spagerer war und die sich regelmäßig in diesem Saal trifft. Die AWO Mannheim schloss sich diesem Vorschlag ausdrücklich an – als klares Zeichen für gelebte Solidarität, demokratische Verantwortung und eine aktive Erinnerungskultur.

Eine beeindruckende Lebensleistung

Karla Spagerer wurde am 27. Oktober 1929 in Mannheim geboren und verstarb am 16. Mai 2025 ebenfalls in Mannheim. Aufgewachsen im Stadtteil Waldhof in einer politisch engagierten Arbeiterfamilie, wurde sie früh durch die Erfahrungen von Verfolgung und Widerstand geprägt: Ihre Großmutter Babette Ries wurde 1936 verurteilt, weil sie Familien verfolgter Widerstandskämpfer unterstützte.

Bis ins hohe Alter trat Karla Spagerer als Zeitzeugin der NS-Verfolgung auf. In Schulen und bei öffentlichen Veranstaltungen berichtete sie eindrücklich über Unrecht, Widerstand und die Bedeutung demokratischer Wachsamkeit. Für ihr herausragendes Engagement wurde ihr 2022 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter Spagerer, SPD-Politiker und Gewerkschafter, prägte sie über Jahrzehnte das demokratische Leben Mannheims und setzte sich beharrlich für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Teilhabe ein.

Enge Verbundenheit mit der AWO Mannheim

Karla Spagerer war Ehrenmitglied der AWO Mannheim und über viele Jahrzehnte fest in den Strukturen, Veranstaltungen und Gremien des Verbandes verankert. Sie brachte sich mit Haltung, Mut und Herz ein und stand konsequent ein für:

  • soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit,

  • Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe,

  • ein unerschütterliches demokratisches Bewusstsein,

  • den Brückenschlag zwischen politischer Bildung, Erinnerungskultur und sozialer Arbeit.

Damit verkörperte sie die Grundwerte der AWO – Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Freiheit – in besonderer Weise.

Ein Saal mit Symbolkraft

Mit dem neuen Namen „Karla-Spagerer-Saal“ verfolgt die AWO Mannheim drei zentrale Anliegen:die Stärkung der Erinnerungskultur, die Sichtbarmachung demokratischer Werte und die Schaffung eines Ortes, der über seine Funktion als Veranstaltungsraum hinaus wirkt. Der Saal steht künftig für Lernen, Gedenken und Begegnung – innerhalb der AWO und darüber hinaus im Stadtbild Mannheims.

Die feierliche Umbenennung wurde begleitet von Grußworten der AG 60plus der SPD Mannheim, gesprochen von Mathias Kohler, sowie des AWO-Präsidenten Stefan Höß. Höhepunkt der Veranstaltung war die Enthüllung des Bildes von Karla Spagerer im neu benannten Saal.

Mit der Umbenennung setzt die AWO Mannheim ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen der Anerkennung – und hält das Vermächtnis einer Frau lebendig, deren Stimme für Demokratie, Solidarität und Menschlichkeit bis heute nachwirkt.

Bild: v.l.n.r.: Konstanze Wegner, Boris Weihrauch, Stefan Höß, M

athias Kohler, Stefan Fulst-Blei

 

 
 
 

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