Fast zwölf Millionen Euro für die Zukunft der Pflege: AWO Mannheim feiert Abschluss der Generalsanierung des Otto-Bauder-Hauses

Festakt auf der Schönau mit Sozialbürgermeister Thorsten Riehle. AWO-Vorstand Alexander Manz fordert eine verlässliche Finanzierung der Pflege und mehr gesellschaftliche Verantwortung.
Mannheim. Nach rund vier Jahren umfassender Bauarbeiten hat die AWO Mannheim den Abschluss der Generalsanierung ihres Otto-Bauder-Hauses auf der Schönau mit einem Festakt gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft würdigten gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden die erfolgreiche Modernisierung der Pflegeeinrichtung. Mit Investitionen von fast zwölf Millionen Euro hat die AWO den Standort grundlegend erneuert und die Voraussetzungen für eine zeitgemäße stationäre Pflege geschaffen.
Der Festakt stand zugleich im Zeichen des 35-jährigen Bestehens des Hauses. Im September 1991 waren die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen. Heute präsentiert sich die Einrichtung nach einer umfassenden baulichen und technischen Modernisierung als zukunftsfähiger Pflege- und Lebensort.
Generalsanierung bei laufendem Pflegebetrieb
Die baulichen Vorbereitungen begannen im September 2022, die eigentlichen Bauarbeiten im Mai 2023. Die Sanierung erfolgte in fünf Bauabschnitten bei laufendem Betrieb. Für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende bedeutete dies über Jahre hinweg wechselnde Wohnbereiche, Umzüge und erhebliche organisatorische Herausforderungen.
Heute verfügt das Otto-Bauder-Haus über 64 Einzelzimmer und acht Doppelzimmer, für deren Betrieb eine entsprechende Sondergenehmigung besteht. Die modernisierten Wohnbereiche bieten mehr Privatsphäre, verbesserte räumliche Bedingungen und eine zeitgemäße technische Ausstattung. Auch Foyer und Außenanlagen wurden erneuert.
Fachbereichsleiterin Manuela Wieland und Einrichtungsleiterin Susan Poch blickten in ihren Ansprachen auf die anspruchsvolle Umsetzung zurück. Beide machten deutlich, welche besonderen Leistungen das gesamte Team während der Bauzeit erbracht hatte. Trotz umfangreicher Baumaßnahmen mussten Pflege, Betreuung und ein verlässlicher Alltag für die Bewohnerinnen und Bewohner jederzeit gewährleistet bleiben.
Alexander Manz: Gute Pflege ist eine gesellschaftliche Verpflichtung
AWO-Vorstand Alexander Manz verband die Freude über den erfolgreichen Abschluss mit einem eindringlichen sozialpolitischen Appell. Die Modernisierung sei weit mehr als eine Investition in Gebäude und Technik. Sie stehe für die Verantwortung, älteren und pflegebedürftigen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
„Wer immer nur fragt, wie Pflege noch billiger werden kann, stellt aus meiner Sicht die falsche Frage. Wir sollten vielmehr fragen, was uns gute Pflege als Gesellschaft wert ist“, betonte Manz.
Pflege dürfe nicht ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Gute Arbeitsbedingungen, moderne Einrichtungen, ausreichendes Personal und eine verlässliche Finanzierung seien grundlegende Voraussetzungen für eine menschenwürdige Versorgung. Der Zugang zu guter Pflege dürfe nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängen.
Manz verwies dabei auch auf die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Gerade hochbetagte Menschen seien besonders auf geeignete Raumtemperaturen und zeitgemäße bauliche Standards angewiesen. Investitionen in Klimaanpassung, Wohnqualität und gute Arbeitsbedingungen müssten deshalb auch bei der Finanzierung der Pflege angemessen berücksichtigt werden.
Sein besonderer Dank galt den Mitarbeitenden sowie Einrichtungsleiterin Susan Poch und Fachbereichsleiterin Manuela Wieland, die den Pflegebetrieb unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten hatten.
Thorsten Riehle würdigt die Bedeutung für Mannheim
Sozialbürgermeister Thorsten Riehle würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des modernisierten Otto-Bauder-Hauses für die soziale Infrastruktur Mannheims. Die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen sei eine zentrale Aufgabe, die nur im Zusammenwirken von Kommune, freien Trägern und engagierten Pflegekräften gelingen könne.
Neue Tagespflege als nächster Entwicklungsschritt
Mit dem Abschluss der Generalsanierung ist die Weiterentwicklung des Standorts noch nicht beendet. Die AWO plant, die bisherige Küche des Hauses zu einer Tagespflegeeinrichtung umzubauen. Damit soll das stationäre Angebot künftig um eine teilstationäre Versorgung ergänzt werden.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die weiterhin in ihrer eigenen Wohnung leben möchten, tagsüber jedoch professionelle Pflege, Betreuung und soziale Kontakte benötigen. Zugleich kann Tagespflege pflegende Angehörige entlasten.
Festlicher Abschluss mit Porträtenthüllung und Zeitkapsel
Ein besonderer Moment des Festakts war die Enthüllung eines Porträts des Namensgebers Otto Bauder. Mit der anschließenden gemeinsamen Versenkung einer Zeitkapsel wurde symbolisch eine Verbindung zwischen der Geschichte des Hauses und seiner Zukunft geschaffen.
Für die musikalische Begleitung sorgte das Cello-Duo. Bei einem gemeinsamen Buffet nutzten die Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Austausch.
Der Festakt machte deutlich, dass die Modernisierung des Otto-Bauder-Hauses nicht nur einen baulichen Abschluss markiert. Sie ist zugleich ein Bekenntnis der AWO Mannheim zu einer Pflege, die den Menschen, seine Würde und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.




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